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Sonstige Nachrichten - Donnerstag, den 12 März 2020

Der Atemausfall beim Schlafen ist ein nationales gesundheitliches Problem

Nach internationalen Angaben kann man die Schätzung tätigen, dass in Ungarn eine halbe Million Menschen unter Atemausfall beim Schlafen, also medizinisch gesagt unter obstruktiver Atemstillstand leiden.

85% der Betroffenen denkt an Schnarchen eher als eine Unannehmlichkeit des Altwerdens, als eine Krankheit, deshalb geht die Mehrheit mit dieser Beschwerde nicht zum Arzt. Bei den Allgemeinmedizinern der Grundversorgung ist es keine allgemeine Routine, über die nächtliche Ruhe nachzufragen, die Fragen über den Lebensstil beschränkt sich meistens auf Rauchen, Alkoholkonsum und physische Aktivität. Das kann auch daraus resultieren, dass diesem Gebiet nicht mal an den Universitäten genügend Aufmerksamkeit gewidmet wird.

„Wenn sich jemand jetzt bei uns meldet, können wir ihm einen Termin zu unserem Schlaflabor für September geben“ – sagt Dr. Béla Faludi, Leiter der Gesellschaft der ungarischen Schlafdiagnostik und Therapie und Institutsleiter der Universität Pécs.

Die lange Terminliste über mehreren Monaten oder einem halben Jahr ist nichts Außergewöhnliches, da es im Lande nur 13 staatlich finanzierte Schlaflaboren gibt, das Größte im Militärkrankenhaus, die Anderen an den Kliniken der vier Medizinischen Fakultäten. Das entspricht dem einem Achtel der international empfohlenen genügenden Versorgung.

Für die in einer Nacht mit einem Gerät ausgeführte stationäre Untersuchung, die sog. Polysomnographie zahlt die nationale Krankenkasse ungefähr 20.000 HUF. Diese nicht mal 60 Euro entsprechende Krankenkassenauszahlung ist ein Zehntel der deutschen Finanzierung, aber sogar in Rumänien zahlt die Krankenkasse 200 Euro.

„Es gibt mehrere solche Tests, für die keine Finanzierung gibt, auch wenn ihre Ausführung laut internationalen fachlichen Normen erforderlich ist. So kann man sich nicht wundern, dass die schlafdiagnostischen Zentren den Wartungskrankenhäusern und Kliniken nur Verluste einbringen“ – sagt Dr. Béla Faludi.

Im Pécser Schlafzentrum werden jährlich 2500 Untersuchungen durchgeführt, die die Versorgung von ungefähr 1000 Patienten bedeutet. In einer ungarischen Privatklinik erreichen die Kosten der kompletten Untersuchung mit Diagnosis und der Einstellung der nötigen Therapie fast 100.000 HUF. 

Quelle (auf Ungarisch): 

HVG

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